3:03 in the morning. Ich sitze hier im freien, in der frostigen Common Area meines Hotels, während ich das hier verfasse. Ich warte auf meinen Bus, der mich zu den beeindruckend Feldern und Terrassen des Colca Canyons führt. Warum ich mir einen Wake-Up Call um 2:30 antue, weiss ich selbst nicht. This better be good...
Anyway, quick recap of day 2:

Lima liegt hinter mir: Mit der etwas wackeligen Peruvian Airlines Maschine landete ich safe and sound in Arequipa, 2500 Meter Hoehe. Die Luft ist, trotz der Tatsache, dass es hierbei um die zweitgroesste Metropole in Peru handelt, frisch. Es herrscht eine herrliche Brise. Und wieder Ernuechterung im Hostel: Statt mit 3 anderen in einem Zimmer zu schlafen, bin ich wieder alleine.
Hier in Peru ist - gott sei Dank - off-season; kaum Touristen, die Einheimischen tummeln sich am Plaza de Armas. Die vielen chickeria Touri-Restaurants und Souvenirshop sind geoeffnet, jedoch meist menschenleer. Aber mal ganz ehrlich: Warum reisen Menschen auch tausende Kilometer aus aller Welt an, nur um den selben Mist und Luxus wie zuhause zu geniessen?! Just give me a break. Darum verzichte ich auf...

...und vor allem auf...
...und geniesse am ersten Abend zunaechst meine Vorspeise hier...


und mein Abendessen hier....


Lebensecht, guenstig und vor allem superlecker. Da ich neugierig war, bestellte ich das "Triple" Menue. Und in Peru bedeutet ein "Triple" wohl einfach: "Hey, du kannst dich nicht entscheiden zwischen Nudeln, Kartoffeln, Reis und Huehnchen? Why not have ALL in ONE?". Und so gabs alles auf einen Teller.
Dazwischen gibts auch auch musikalische Unterhaltung gegen einen kleinen Obelus.
Mein erster Tag in Arequipa war insgesamt wahnsinnig: Typisch Hostel-Community, man ist niemals alleine. In Nullkommanix hat man jemanden gefunden, mit dem man die Stadt erkunden kann. Und so war ich all-day nonstop mit einer sehr netten Social Workerin (Sanya) unterwegs, die sogar fuer 2 Wochen im Hostel bleibt. Ihr Ziel: In einer Schule Kinder zwischen 5 und 8 zu unterrichten; erste Spanish-Lessions bekommt sie morgen. Ein Monat in Arequipa. Nachdem ich den Ort heute erkundet habe, kann ich nur sagen - NEID!
Unser Ziel: die Monasterio de Santa Catalina - ein im 16 Jahrhundert erbautes Kloster; eine Stadt in der Stadt. Hier ein paar Eindruecke unserer City-Excursion.
In Peru bekommen classic cars ihr zweites Leben: Es wimmelt von Käfern und Cadillacs.
Der Plaza de Armas: Zur Hochsaison wohl von Touris besetzt, jetzt wuseln hier nur Lokals. Tagsüber Familien, nachts ausschließlich junge Paare, die sich hier vergnügen.
Die Stadt in der Stadt wurde zwar zur einer Art Museum umfunktioniert, jedoch darf man fast alles anfassen, sich auf 100 Jahre alte Stühle setzen, schränke öffnen und die Gerätschaften wie Webstühle und vorsinntflutartige Wäschetrockner bediennd. Kein Security Guard, kein "You can't touch this" sign ;) wir waren hin und weg von dieser Freiheit, die man uns hier gibt und von der Tatsache, dass auch das Kloster menschenleer ist. Es gab dutzende Räume, Gärten, Kassen, Küchen und Arbeitsräume zu erkunden und man kam sich hunderte Jahre in die Vergangenheit versetzt vor.
Vom Dach der Klosterkirche hatte man einen tollen Blick auf die tobende City und den 5000m hohen Miste.
nach einer 3stündigen Erkundunszour geht's weiter auf den Mercado im Süden der Allststadt: Neben Kitsch, Klamotten und gefälschten Elektronikgütern ("500 Playstation Games in 1 - 15 Soles"), fanden wir auch einen gewaltigen Fleisch- und Obstmarkt, der mich sehr an die zahlreichen Märkte in Asien erinnert. Auch hier ein Flashback nach Indonesia und Vietnam. Die Kulisse ist identisch, nur die Schauspieler sind anders. Was uns sofort auffällt: Die Peruaner lachen selten, sind ein sehr zurückhaltender Folk. Man erntet zwar Blicke (v.a. Da Sanya blond war), doch man wird nicht ständig von Verkäufern oder Bettln auf der Strasse genervt. Ein definitver Pluspunkt gegenüber Asien (wobei ich das auf eine gewisse Art und Weise auch vermisse).
Nach guten 5 hours of walking hatten wir natürlich einen mordsmäßigen Hunger: Sanya empfiehlt Seviche, ein Gericht bestehend aus Meeresfrüchten, Kartoffeln, Salat, Algen und getrockneten Maissprossen, eingelegt in einer sehr scharfen Dill-Sauce. Problem is, das war sehr schwer aufzutreiben. Wir wanderten wohl mehrere KM und fragten uns durch gefühlte 30 Strassenrestaurants durch, ehe wir Seviche zu einem vernünftigen Preis bekommen haben. Zwar gibt's das wohl in jedem "besseren" Restaurant, doch wir wollten uns ja bewusst von diesen Locations und deren Preisen fern halten. Doch Endlich, mitten auf einer unbefahrenen Seitenstrasse blickte uns ein Stand entgegen, der zunächst nach einer schimmligen Suppenschenke aussah. "Seviche!" sagte eine der drei auf engstem Raum zusammengepfärchten Verkäuferinnen. "Si, si" schrien wir zurück und futterten uns voll:)
Abends gings nochmal an den Plaza de Armas und auf der Suche nach einer Suppe. Und nach einem, zugegeben etwas riskanten Abstecher in unbeleuchtete Seitengassen (nachts, komisch was man sich so zutraut, wenn man zu zweit ist), warfen wir einen kurzen Blick in eine Kirche. Musik wird gespielt, Menschen sammeln sich. Sanya wollte weiter vor. Ich sofort hinterher. Und so fanden wir uns plötzlich mitten im Gottesdienst, denn der Pfarrer legte sofort los und bat alle, sich zu erheben. Da kommt man nicht raus. Und wir wollten es auch nicht. Eine kleine Quechua Band spielte auf Gitarren und Rasseln einen flotten Peruanischen Takt - schnell, jedoch mit viel Feeling. Es war ein Magic Moment: wir waren für fast eine halbe Stunde Teil des Gottesdiensts für den zweiten Advent in Peru. Das hatte was. Doch wir wollten weiter und verliessen nach übereinstimmendem Flüster- und Blickkontakt - so heimlich es eben geht, wenn man in Reihe 1 steht und mitbeten soll - die Kirche.
Mh






























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